Mach's nicht Spam

Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung

Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung

Spam: Rechnung noch offen. Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung sind regelmäßig im Umlauf. Wie erkennt man den E-Mail-Betrug?

Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung: In regelmäßigen Abständen branden Zahlungsaufforderungen, gegen die E-Mail-Konten argloser Benutzer. Die Behauptung lautet, dass eine Rechnung noch offen wäre und es wird eine Zahlungsfrist gesetzt. Das soll Angst machen und dazu verleiten, die in der Regel angehängte Rechnung oder Kostenaufstellung zu öffnen.

Im günstigsten Fall ist das einfach ein „Scherz“, oft finden sich im Anhang der Spam-Mail mit der Zahlungsaufforderung aber Viren oder Trojaner. Aus Angst, womöglich eine berechtigte Forderung nicht beglichen zu haben, wird der Anhang geöffnet und die Viren gelangen in den Computer.

Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung einfach löschen?

Der beste Tipp ist, solche E-Mails einfach zu löschen. Das Problem dabei ist, dass sie oft – vermeintlich! – im Namen bekannter und großer Unternehmen versendet werden. Beispielsweise von PayPal, Giropay, DirectPay AG, eBay, Amazon oder seit Juli 2017 auch Karstadt mit der Absenderadresse news@newsletter.karstadt.de.

Das Kalkül: es werden tausende, hunderttausende oder gar Millionen von solchen Spam E-Mails mit Zahlungsaufforderungen über angeblich noch offene Rechnungen versendet. Mit Sicherheit werden dabei ausreichend viele Empfänger dabei sein, die bei einem dieser Unternehmen bestellt haben oder bei einem der Bezahldienste Kunde sind.

Angeblich schreiben Sachbearbeiter, Rechtsanwälte oder gar Inkassobüros, die oft „letztmalig“ zur Begleichung des ausstehenden Rechnungsbetrags auffordern. Da stellt sich beim Empfänger schnell Angst vor rechtlichen Konsequenzen ein.

Wie erkennt man eine unseriöse Zahlungsaufforderung?

Viele dieser E-Mails sind plump gemacht und einfach zu durchschauen. Bei anderen ist es schon schwieriger zu beurteilen, ob es sich um eine gerechtfertigte Mahnung handelt.

Checkliste:

  1. E-Mail-Anhänge nicht öffnen
    Das Wichtigste vorweg: öffnen Sie auf keinen Fall den E-Mail-Anhang, sondern prüfen Sie die E-Mail zunächst.
  2. Geschäftskontakt vorhanden?
    Haben Sie überhaupt einen geschäftlichen Kontakt zu dem Unternehmen, welches angeblich abmahnt?
  3. E-Mail-Adresse des Absenders
    Wer ist der Absender der E-Mail? Entscheidend ist nicht der eingetragene Name (z.B. eBay), sondern die Mailadresse des Absenders. Geschickte Hacker können auch die Absenderadresse fingieren. Aber viele E-Mails mit Zahlungsaufforderungen entlarven sich bereits über eine Absender-Mailadresse, die nicht den Domainnamen des echten Anbieters enthält – beispielsweise @ebay.de
  4. Anrede
    Werden Sie persönlich mit Vornamen und Nachname oder zumindest mit Ihrem Nachnamen angesprochen? Oder lautet die Anrede beispielsweise „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder werden Sie mit Ihrer Mailadresse in der Form „Sehr geehrte(r) <Mailadresse>“ angesprochen?
  5. Text
    Ist der Text schlüssig, stimmen Grammatik und Zeichensetzung? Oder macht der Text den Eindruck, Mittels Übersetzungstool automatisiert übersetzt worden zu sein?
  6. Uhrzeit und Mahnungsdatum
    Um wie viel Uhr ist die E-Mail bei Ihnen eingegangen? Mitten in der Nacht oder zu üblichen Bürozeiten? Stimmt das Datum der Mahnung bzw. liegt die Fristsetzung womöglich in der Vergangenheit?
  7. Layout der E-Mail
    Stimmt das Layout der E-Mail mit dem Corporate Design des Unternehmens überein, welches Ihnen (angeblich) eine Mahnung schickt? Ein professionelles Layout kann gefälscht werden und ist kein Beweis für die Echtheit des Anschreibens. Aber wenn schon das Layout nicht „passt“, ist das ein Hinweis auf Betrug.
  8. Name, Adresse und Kontaktdaten
    In Deutschland ist es bereits seit dem 01.01.2007 gesetzlich vorgeschrieben, bei geschäftlichen E-Mails Informationen über den Absender bereitzustellen. Welche Pflichtangaben genau gemacht werden müssen, hängt von der Rechtsform ab. Pflichtangaben sind der Firmenname, die Rechtsform, die Unternehmensadresse und – je nach Rechtsform – Angaben zum Registergericht, Handelsregistereintrag und zu den Geschäftsführern.
    Es ist davon auszugehen, dass kein Unternehmen und kein Rechtsanwalt eine Mahnung verschicken, bei der diese Pflichtangaben fehlen.

Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung: ist eine Rechnung offen oder handelt es sich um eine Betrugsmail?

Viele Zahlungsaufforderungen sind plump gemacht und leicht zu entlarven.

Ein Beispiel für eine leicht durchschaubare Betrugsmail:

Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung, Rechnung noch offen

Der Absender @spielaffe.de ist mir unbekannt. Angesprochen werde ich mit meiner E-Mail-Adresse statt mit meinem Namen. Die angeblich zuvor versandte Zahlungserinnerung habe ich nie erhalten. Das Schreiben wirkt mit seinem türkisfarbenen Hintergrund unprofessionell, es fehlen ein Firmenlogo und die rechtlich vorgeschriebenen Pflichtangaben des Absenders.

Die Entscheidung fällt in diesem Fall nicht schwer: ab in den Mülleimer – auf jeden Fall ohne den Anhang zu öffnen!

Doch so leicht ist es leider nicht in allen Fällen. Die Betrüger werden professioneller. Immer häufiger tauchen Betrugs-E-Mails auf, deren Design vom Layout der echten Firmenmails übernommen oder die täuschend echt nachgebaut wurden.

Die Absender-E-Mailadresse lässt sich ebenfalls relativ leicht fälschen und auch eine korrekte Ansprache ist keine Gewährleistung dafür, dass der Absender echt ist. Immer wieder werden Fälle bekannt, bei denen es Hackern gelungen ist, die Namen und Adressdaten aus Datenbanken zu beziehen. So wurden beispielsweise im August 2016 im Darknet 200 Millionen Zugangsdaten für Yahoo-Konten zum Preis von 1.800 Dollar angeboten.

Bevor Sie den in der Regel mitgesandte Anhang öffnen, sollten Sie diesen selbstverständlich mit einem aktuellen Virenscanner prüfen. Aber selbst wenn der Virenscanner keinen Alarm schlägt, bedeutet das nicht, dass der Anhang sicher ist. Es kann sich um einen neuartigen Virus handeln oder um einen bekannten Virus, der so verändert wurde, dass der Virenscanner ihn noch nicht erkennt.

Anhänge solcher Zahlungsaufforderung sollten Sie daher auf keinen Fall öffnen!

Selbst für den Fall, dass Sie tatsächlich Kunden bei dem mahnenden Unternehmen sind und die in der Checkliste genannten Punkte schlüssig erscheinen, sollten Sie den Mailanhang nicht öffnen. Sollten Sie der Überzeugung sein, dass die Mahnung möglicher Weise gerechtfertigt ist, so erkundigen Sie sich besser direkt bei dem entsprechenden Unternehmen, ob der angebliche Vorgang dort bekannt ist. Die E-Mail-Adresse sowie Telefonnummer finden sie im Impressum auf der Website des Unternehmens.

 

Stichworte: Rechnung noch offen, Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung

Auch interessant: das Thema Web-Recht.

 

9 Kommentare zu “Spam-Mails mit Zahlungsaufforderung

  1. Auch ich habe heute eine Mail der Easycash (datiert gestern 21.07 Uhr) erhalten, diese wurde hierher und an onlinewarnungen weitergeleitet, dann sofort gelöscht. Firmensitz der Easycash jetzt in Potsdam….
    Anrede war mit Vorname/Nachname…

    Sehr geehrte(r) T……….,

    bedauerlicherweise konnte Ihre Zahlung an Easycash GmbH & Co. KG nicht verbucht werden.

    Hiermit fordern wir Sie auf, den offenen Betrag umgehend bis zum 29.11.2018 zu decken. Können wird bis zum genannten Termin keine Überweisung einsehen, sehen wir uns gezwungen Ihren Fall an ein Gericht abzugeben. Alle damit verbundenen Zusatzkosten gehen zu Ihrer Last.

    Um weitete Mahnkosten zu vermeiden, bitten wir Sie den ausstehenden Betrag auf unser Bankkonto zu überweisen. Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie gezwungen, die entstandene Kosten von 14,76 Euro zu tragen.

    Berücksichtigt wurden alle Buchungen bis zum 26.11.2018.
    Ihre persönliche Rechnung liegt unter folgendem Link zum Download bereit.

    Bitte beachten Sie, dass Ihre Rechnung nur dann beglichen ist, wenn Ihre Zahlung auf unser Bankkonto überwiesen wird.

    Mit freundlichen Grüßen

    Easycash GmbH & Co. KG
    14461 Potsdam
    USt-Id: DE 533056155
    Sitz der Gesellschaft: Potsdam

  2. Sehr geehrte/r Stephanie …..,

    leider konnte Ihre Zahlung an Wirecard GmbH nicht verbucht werden.

    Wir erwarten die ausstehende Zahlung bis zum 30.11.2018 auf unser Bankkonto. Können wird bis zum genannten Termin keine Zahlung einsehen, sehen wir uns gezwungen Ihren Mahnbescheid an ein Gericht abzugeben. Alle damit verbundenen Zusatzkosten gehen zu Ihrer Last.

    Um zusätzliche Kosten auszuschließen, bitten wir Sie den fälligen Betrag auf unser Konto zu überweisen. Aufgrund des andauernden Zahlungsverzug sind Sie verpflichtet, die entstandene Gebühren von 12,24 Euro zu tragen.

    Berücksichtigt wurden alle Buchungen bis zum 26.11.2018.
    Ihre persönliche Rechnung liegt unter folgendem Link zum Download bereit.

    Bitte beachten Sie, dass Ihre Rechnung nur dann beglichen ist, wenn Ihre Zahlung auf unser Bankkonto erfolgt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wirecard GmbH
    51503 Rösrath
    USt-IdNr.: DE 873216426
    Sitz der Gesellschaft: Rösrath

    Hallo,

    ich bin mir sicher, grundsätzlich keine offenen Rechnungen zu haben und kenne auch die „Wirecard GmbH“ nicht. Dennoch würde ich gern sicher gehen, dass es sich bei der Mail um Spam handelt. Können Sie mir dabei weiterhelfen?
    Vielen Dank!

  3. Susan Rösel

    Sehr geehrte/r S…..,

    leider konnte Ihre Zahlung an Worlpay Limited & Co. KG nicht verbucht werden.

    Hiermit fordern wir Sie auf, den offenen Betrag unverzüglich bis zum 28.11.2018 zu decken.Falls wir bis zum genannten Datum keine Zahlung einsehen, sehen wir uns gezwungen Ihren Mahnbescheid an ein Gericht abzugeben. Alle damit verbundenen Zusatzkosten werden Sie tragen.

    Um weitete Mahnkosten zu vermeiden, bitten wir Sie den fälligen Betrag auf unser Konto zu überweisen. Aufgrund des bestehenden Zahlungsrückstands sind Sie angewiesen, die entstandene Gebühren von 24,62 Euro zu bezahlen.

    Berücksichtigt wurden alle Zahlungseingänge bis zum 21.11.2018.
    Ihre persönliche Forderungsausstellung liegt unter folgendem Link zum Download bereit.

    Bitte beachten Sie, dass Ihre Rechnung nur dann beglichen ist, wenn Ihre Zahlung auf unser Bankkonto verbucht wird.

    Mit verbindlichen Grüßen

    Worlpay Limited & Co. KG
    45731 Waltrop
    USt-Id: DE 566092072
    Sitz der Gesellschaft: Waltrop

    Ich finde über diese Firma nicht wirklich was, wie soll ich mich jetzt verhalten??

    • Hallo Susan,

      das ist die gleiche Masche wie bei der Mahnung an Bärbel.
      Auch diese Firma wird bei Online-Warnungen.de aufgeführt:
      onlinewarnungen.de/warnungsticker/mahnung-vom-rechtsanwalt-im-auftrag-der-pay-online24-gmbh-ist-ein-virus:

      Worlpay Limited & Co. KG

      • aus 59929 Brilon, USt-IdNr.: DE 128041483
      • aus 72160 Horb am Neckar, USt-Id Nr.: DE 730311237
      • aus 88131 Lindau (Bodensee), USt-IdNr.: DE927872807
      • aus 79576 Weil am Rhein, USt-Id: DE 787061119

      Auch auf der Website der Polizei Niedersachsen finden sich entsprechende Warnungen: https://www.polizei-praevention.de/aktuelles/massive-welle-von-gefaelschten-rechnungen.html

      Ratsam ist somit:
      – Keine Mailanhänge herunterladen/öffnen (sofern welche vorhanden sind)
      – Download-Links nicht anklicken
      – E-Mail löschen, ggf. Anzeige bei der Polizei erstatten

  4. Sehr geehrte(r) Bärbel […],

    bedauerlicherweise konnte Ihre Zahlung an Easycash GmbH nicht verbucht werden.

    Damit fordern wir Sie auf, den offenen Betrag sofort bis zum 30.11.2018 zu decken. Können wird bis zum genannten Datum keine Überweisung einsehen, sehen wir uns gezwungen Ihre Forderung an ein Gericht abzugeben. Alle damit verbundenen Kosten werden Sie tragen müssen.

    Um zusätzliche Mahnkosten zu vermeiden, bitten wir Sie den fälligen Betrag auf unser Konto zu überweisen. Aufgrund des bestehenden Zahlungsausstands sind Sie angewiesen, die entstandene Kosten von 25,32 Euro zu bezahlen.

    Berücksichtigt wurden alle Buchungseingänge bis zum 21.11.2018.
    Ihre persönliche Kostenaufstellung liegt unter folgendem Link zum Download bereit.

    Bitte beachten Sie, dass Ihre Rechnung nur dann beglichen ist, wenn Ihre Zahlung auf unser Konto erfolgt.

    Mit verbindlichen Grüßen

    Easycash GmbH
    01796 Pirna
    USt-Id Nr.: DE 888689473
    Sitz der Gesellschaft: Pirna

    Ich kenne diese Firma überhaupt nicht und weiß auch nicht, um welche Rechnung es sich handeln soll. Jedenfalls habe ich nichts geöffnet.
    Doch es bleibt immer eine Angst, etwas Bestelltes nicht bezahlt zu haben.
    Zu dumm.

    • Hallo Bärbel,

      oft sind SPAM- oder Phising-Mails schnell als solche erkennbar. Leider ist das aber nicht immer der Fall.

      Für die Echtheit spricht auf den ersten Blick, dass Sie mit Ihrem korrekten Vor- und Nachnamen – statt z.B. „Sehr geehrte Damen und Herren“ – angesprochen werden.

      Aber an solche Informationen können Betrüger über gehackte Datenbanken oder einfach über Ihre Website gelangen.

      Tipp: Sie sollten in einem solchen Fall am besten erst einmal Google nutzen. Ich habe dazu folgenden Artikel bei Wikipedia gefunden:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Ingenico_Payment_Services

      Die Firma Easycash GmbH gibt es also offenbar gar nicht mehr, sondern heißt nun Ingenico Payment Services GmbH. Sitz ist 40880 Ratingen und nicht etwa 01796 Pirna. Die Google-Suche nach „easycash gmbh 01796 Pirna“ liefert kein Firmensitz-Ergebnis. Stattdessen warnt onlinewarnungen.de vor Betrug: https://www.onlinewarnungen.de/warnungsticker/rechnungmahnung-der-directpay-gmbh-ist-spam-mit-virus/

      Der Text der dort zitierten Mahnung ist praktisch identisch mit der Mahnung, die Sie erhalten haben. Nur logiert die Firma nun angeblich in 38667 Bad Harzburg.

      Fazit: mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Betrug.
      Den Link zur angeblichen Rechnung sollten Sie auf keinen Fall anklicken. Die Betrüger lernen dazu und wissen, dass oft Virenscanner Alarm schlagen, wenn sie einen virenverseuchten Anhang beifügen. Daher wird nun häufiger der Weg über eine Verlinkung gewählt.

  5. Ömür Temiz

    Ich habe so einen Spam geöffnet
    Was droht mir jetzt ?

    • Hallo Ömür Temiz,

      durch Öffnen einer SPAM-Mail allein droht nichts. Anders kann es aussehen, wenn der Anhang einer solchen Mail geöffnet wird. Oft sind entsprechende Anhänge mit Viren oder Trojanern verseucht. In diesem Fall sollte der Computer auf Viren überprüft werden.

  6. Pingback: Starofservice Erfahrungen und Kosten, Starofservice Spam

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