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Mobile First: Webseiten vom Smartphone her entwickeln

Mobile First

Mobile First: Seit Jahren wird propagiert, Webseiten vom Smartphone her zu entwickeln. Denn revolutionäre Ideen werden oft vom anderen Ende gedacht.

Mobile First: worum geht es?
Lange Zeit mussten Webseiten ausschließlich für Desktop-Computer entwickelt werden. Webdesigner haben vornehmlich diskutiert, ob ein neuer Internetauftritt bereits ab Bildschirmbreiten von 800 Pixel oder erst für solche ab 1024 Pixel zu optimieren ist.

Mit der zunehmenden Verbreitung des Smartphone mussten sie Webseiten auch für Mobilgeräte entwickeln. Und weil radikale Idee – oder solche, die es sein möchten – mit einem griffigen „Schlagwort“ besser klingen, wurde die Idee Mobile First geboren.

Dahinter steckt der Gedanke, Webseiten sozusagen „von klein nach groß“ zu entwickeln. Bei der Konzeption des Designs geht der Webdesigner also zunächst vom kleinsten Benutzerendgerät – dem Smartphone – aus. Von dort läuft die Entwicklung weiter zum Tablet und endet schließlich bei den großen Desktop-Bildschirmen. Ob dieses Vorgehen sinnvoll oder überhaupt erforderlich ist, darüber streiten Webentwickler. Wir sind der Auffassung, dass es nicht primär darum gehen sollte, einem bestimmten Paradigma zu folgen. Nehmen wir als Beispiel unser TYPO3 Handbuch für Redakteure. Nur ein relativ geringer Prozentsatz der Besucher informiert sich über das Smartphone. Analysieren wir die Zeitsequenzen der Seitenaufrufe so zeigt sich, dass die meisten Benutzer sich während der Arbeitszeit informieren und das Handbuch auf einem großen Bildschirm lesen.

Die daraus resultierende Schlussfolgerung ist, dass es nicht darum geht, nach „Schema-F“ vorzugehen, sondern jeweils die individuellen Erfordernisse bzw. die individuelle Zielgruppe zu betrachten.

Vorteile von Mobile First

Die Idee des Mobile First hat jedoch auch zwei entscheidende Vorteile. Einer davon ist die Ladezeit, der andere die Konzentration auf das Wesentliche.

Bezüglich der Ladezeit bekommen wir von Kundenseite wir immer wieder das Argument zu hören, dass die Ladezeiten eines Webauftritts in Zeiten schneller DSL-Verbindungen „doch nicht mehr so wichtig“ sei.

Das Problem dabei ist jedoch, dass die Benutzer von unterwegs aus oft keine so schnellen Datenverbindungen haben. Zudem ist das monatliche Datenvolumen begrenzt. Wenn bereits die Startseite einer Website mehrere MegaByte „auf die Waage bringt“ und von unterwegs aus erst nach einer gefühlten Ewigkeit fertig geladen ist, dann winken Besucher dankend ab und schließen die Website wieder. Die Benutzer haben weder die Zeit zu warten, bis alle Daten geladen sind, noch die Lust, ihr monatliches Kontingent zu verschwenden. Dass es auch anders geht zeigt beispielsweise die Startseite unseres Agenturportals. Sie ist trotz der großen Hintergrundbilder inklusive sämtlichen HTML, CSS und JavaScript gerade einmal 1,02 MB groß. Eine durchschnittliche Inhaltsseite bringt es auf einige wenige hundert KB und die Ladezeiten der Seiten liegen im Schnitt bei rund 0,4 Sekunden.

Darüber freuen sich mobile Besucher der Webseite ebenso wie Suchmaschinen.

Anteil der mobilen Benutzer

Wie hoch der Anteil der mobilen Benutzer ist, ist von Website zu Website sehr unterschiedlich. Hier spielt auch eine Rolle, welche Art von Inhalten angeboten werden. Webseiten sollten jedoch nicht „auf Sicht“ sondern langfristig geplant werden. Da die Entwicklung eindeutig hin zu Mobilgeräten geht, sollten Webdesigner die Ideen aus Mobile First bei neuen Webseiten von Beginn an mit berücksichtigen. Durchschnittlich werden Webseiten heute bereits ungefähr genauso oft mit dem Smartphone wie mit dem Desktop-Computer aufgerufen. Wobei der Anteil der Tablets bzw. iPads derzeit in der Regel noch unter 10% liegt.

Niemand, der eine erfolgreiche Website betreiben möchte, kann es sich leisten, die Smartphone-Benutzer außen vor zu lassen. Und noch ein Aspekt spricht für Mobile First:
Am 13.10.2016 hat Google auf der Pubcon in Las Vegas angekündigt, dass der Mobile Index den Desktop Index als Hauptindex ablösen wird. Das bedeutet, dass Google künftig nicht mehr prüft, ob es zur Desktop-Version einer Website auch eine Mobile Version gibt, sondern Google geht den umgekehrten Weg.

Mobile First Design

Die Idee des Mobile First beschränkt sich jedoch nicht auf schnelle Ladezeiten und eine optimale Darstellung auf dem Smartphone. Sie zwingt den Designer zu klaren und übersichtlichen Strukturen und den Webseitenbetreiber dazu, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Überfrachtete Webseiten mit unnützen Gimmicks und irrelevanten Inhalten geraten so weiter ins Hintertreffen. Vorne mit dabei ist, wer den Besuchern klare Inhalte bietet – ohne Ablenkung oder unnütze Zusätze.

Mobile First ist nicht dasselbe wie Responsive Design.
Natürlich setzt Mobile First voraus, dass die Webseitendarstellung sich für das Smartphone anpasst. Aber das ist die absolut notwendige Bedingung, die für sich genommen noch kein Mobile First bedeutet.

Macht es Sinn, pauschal auf diesen Trend zu setzen? Wie bereits zuvor erwähnt ist jeweils der Einzelfall sowie die Zielgruppe des Webportals zu prüfen. Ähnlich wie bei barrierefreiem Webdesign gehen viele Webseiten nach einer Analyse der Inhalte und Zielgruppe wahrscheinlich „nicht den ganzen Weg.“ Aber es lohnt sich, die Vorteile von Mobile First im Blick zu behalten und nach Möglichkeit umzusetzen.

 

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1 Kommentar zu “Mobile First: Webseiten vom Smartphone her entwickeln

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